Anschließend
versinkt sie in ihren Gedanken und sagt leise: »Ich bin nicht
so,
wie ich scheine.« Und endlich hebt sie ihre Stimme zum Gesang.
Sie möchte
wissen, warum sie bisher ihr halbes Leben an andere Menschen verschenkt
hat, die sie nun abgrundtief haßt. Sie hat keine Angst zu sterben,
die
Menschen nennen sie Alaska. Sie hat ein eisiges Gefühl. Kein Wunder,
es ist
sehr kalt in Alaska.
Aber hören Sie es selbst, wie sie singt: (Musik: Stephanie
says)
In allem, was die Sacharbeiterin Stephanie Flynt an Zwangsmaßnahmen
in
die Wege leitet, erkennt der Fall H nur eine Reihe von reizenden, sich
steigernden Gottesbeweisen und ist zutiefst glücklich.
Eines Tages ändert sich die Adresse der Behörde, und Frau
Flynt wird an eine
andere Stelle versetzt. Dem Fall H sitzt ein neuer Sachbearbeiter gegenüber,
der ganz andere Seiten aufzieht. Fall H fällt in ein emotionales
Desaster. Er
weiß nicht ein noch aus. Und nun wird der Fall H, inzwischen Fall
Doktor H, in
der Nacht von einem weiblichen Dämon aufgesucht, der ihm ins Gewissen
redet.
Moralisch geläutert und in ein Unruheschwingsystem verwandelt,
wendet sich
Doktor H mit neuer Zuversicht dem schönen Leben zu. Er nimmt eine
Stelle
als Spargelstecher an der deutsch-polnischen Grenze an und lebt glücklich
über mehrere Jahre.
Weil sich dieser Fall so außerordentlich verhielt, interessierte
sich einige Jahre
später ein Universitätsinstitut für den genaueren Umstand,
der den Fall
Doktor H in ein Unruheschwingsystem verwandelt hatte. Das Institut bat
um
einen Bericht.
Dieser Bitte kam er gerne nach.
Sie werden jetzt den Bericht für ein Universitätsinstitut
hören.
Unruheschwingsystem – Bericht für ein Universitätsinstitut
In der besagten Nacht – soweit ich mich an meinen Traum erinnern
kann,
besuchte mich ein weiblicher Dämon, der sich von meiner Lebensenergie
ernährte, während ich in meinem Bett schlief und mich nicht
wehren konnte.
Ich muß allerdings hinzufügen, daß ich mich auch gar
nicht hätte wehren
wollen – auch dann nicht, wenn ich geahnt hätte, wohin mich
diese
ungewöhnliche Paarung führte und daß dieser Dämon
nichts anderes als ein
gemeiner Dieb war, der sich im Christentum als Sukkubus einen Namen
gemacht hat und über viele Jahrhunderte steckbrieflich gesucht
wurde.
Am nächsten Morgen wachte ich gegen meine Gewohnheiten sehr früh
auf
und fand mich in einem stahlharten Gehäuse wieder. Ich entdeckte
an
meinem ganzen Körper lauter Federn. An den Enden meiner Arme und
Beine,
wo sonst Hände und Füße waren, befanden sich Unruhreife,
so daß ich bei
dem geringsten Schubs zu schwingen anfing und für längere
Zeit nicht mehr
zur Ruhe kam. Jemand hatte an meiner Aufzugskrone gedreht und die Federn
gespannt.